Tradition - Eine kleine Firmengeschichte
Vor nunmehr 135 Jahren gründete der Apotheker Hermann Zwetz die heute älteste Räuchermittelfabrik Deutschlands und wohl auch Europas.
Von dem Gedanken getrieben, Räucherkerzen nicht nur in der Apotheke, sondern in größeren Mengen industriell herzustellen, gründete er nach einigen Berufsjahren in Auma (Thüringen) und Zörbig (Sachsen Anhalt), in dem kleinem Dorf Möschlitz bei Schleiz mit einem gewissen Apotheker Vorländer ein "chemisch-technisches Labor".
Modell eines Labors um 1870
Besonders im Erzgebirge wo die Bergleute dem rauhen Wetter Über- und Untertage ausgesetzt waren gab es viele Erkrankungen der Atemwege vor allem auch bei Kindern. So wird wahrscheinlich ein Vater seinem kranken Kind zur schnelleren Gesundung eine rauchende Figur geschnitzt haben den "Räuchermann".
1888 erwirbt Vorländer und Zwetz ein Grundstück nahe dem Krankenhaus in Schleiz und baut darauf ein Fabrikgebäude, was nach und nach erweitert wird. Nachdem das Krankenhaus erweitert wird, wird letztmalig das Gebäude 1920 mit einem Anbau zum Krankenhaus hin vergrössert (H. Zwetz:"... damit die vom Krankenhaus nicht zukucken können!"). Nach seinem Tod 1923 bis 1953 führt seine Tochter die Geschäfte weiter.
1953 kaufte der Chemiekaufmann Erich Koch die Firma und siedelte diese in Mohorn-Grund an. Die Produktion wurde damals 8 Jahre nach Kriegsende in einer Sägemühle betrieben.
Im Freien auf dem Hof oder bei schlechtem Wetter unter einem Schauer trockneten die Kerzchen. In Beyers Gut, einem Bauerngehöft in Mohorn, wurden die Räucherkerzen dann im Wohnzimmer verpackt und für den Versand fertig gemacht.
1960 konnte dann das erste "neue Fabrikgebäude", eine seit 1945 für die Enttrümmerung Dresdens gebrauchte Baracke, in Mohorn-Grund eingeweiht werden. Wer erinnert sich nicht mehr an die beschwerliche Zeit der Materialbeschaffung.
Heute wird das Unternehmen von Marion Koch geleitet und beschäftigt 8-12 Mitarbeiter. Seit 1997 sind wir in ein neues Gebäude am gleichen Standort gezogen. Hier haben wir seitdem die Möglichkeit, die Geschichte der Räucherkerzen in einem kleinem Museum zu zeigen.
Fabrikation in Mohorn-Grund um 1954
Räucherkerzen trocknen an der Luft

